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Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Auszug aus SPIRIDON Heft 11/2006

Zwei Asse, die stachen

Der Essener Marathon um den Baldeney-See wurde seinem Ruf, dass er frische Luft in die Szene bringt, wieder einmal gerecht. Mario Kröckert vom TSV Bayer Leverkusen feierte einen beeindruckenden Marathon-Einstand bei seinem überlegenen Sieg in 2:16:54 h und Romy Spitzmüller bestätigte ihren Formanstieg, knüpfte mit 2:40:40 h an ihren Marathon-Einstand 2003 an und siegte ebenso deutlich bei prächtigem Marathonwetter. Beide Sieger waren erheblich schneller als die deutschen Meister vor Wochenfrist in München.

VON MANFRED STEFFNY

Zwei Asse nur hatte Gerd Zachäus, der Renndirektor des bereits 44. Marathon um den Baldeneysee in Essen im Spiel, beide stachen und übertrafen die Könige und Damen der deutschen Meisterschaft von München. Bundestrainer Detlef Uhlemann war erst gar nicht nach München angereist, war aber in Essen zur Stelle, um neue Entwicklungen zu beobachten. „Ich war am Münchner Wochenende bei einer Trainerausbildung in Potsdam“, gab er an. Auf die Nachfrage, dass dieser Termin vom DLV ja wohl unglücklich gewählt sei, zuckte er mit den Achseln und erklärte anschließend, im Zweifel wäre er wohl ohnehin nach Köln zum dortigen Marathon gefahren: „Eine unglückliche Terminballung, aber man muss sagen, dass jeder dort laufen darf, wo er will...“
Dass trotz der Terminballung – kurz davor war ja auch noch Berlin – ausgerechnet der Marathon mit dem kleinsten Budget in der Zeitaddition der besten deutschen Läufer vorne liegt, ist erstaunlich.

Mario Kröckert mit Renndirektor Gerd Zachäus im Ziel beim 44. Essen-Marathon um den Baldeneysee.

Es zeigt die guten Beziehungen von TuSEM Essen zu führenden Leichtathletik-Vereinen und den Willen, als ältester Marathon in Deutschland noch immer an der Spitze des Fortschritts zu stehen. Übrigens stehen die neuen deutschen Meister Dr. Matthias Körner und Carmen Siewert auch in den Siegerlisten von Essen.
1.358 Männer und 220 Frauen kamen ins Ziel. Dies bedeutet zwar einen erneuten leichten Rückgang der Zahl der Finisher, doch das hohe Niveau zeigte sich erneut mit 87 Läufern unter 3 h. Es war eine Freude, die starke 3-h-Gruppe zu sehen, die von den bewährten Brems- und Zugläufern aus Steinfurt sicher über den Zwei-Runden-Kurs geführt wurden. Von 3:00 h bis 4:15 h betreuten die Westfalen, mit Luftballons und entsprechend beschriftetem Hemd interessierte Läufergruppen.

 
Romy Spitzmüller im Ziel, im Hintergrund Hase Volker Fritzsch.

Bei milden Temperaturen zwischen 12° C zur Startzeit um 10 Uhr bei leichtem Hochnebel und 18° C im Ziel störte auf dem weitgehend flachen Kurs nur ein Ostwind der Stärke 2 auf der Gegenseite des Sees. Mario Kröckert wurde hier geführt von dem Leipziger Michael Schering, der eigentlich 5.000-m-Läufer ist, aber seine Sache mit der Durchgangszeit von 68:32 min hervorragend machte und bis km 24 an Start und Ziel Führpferd spielte. Trotz Windes lief Kröckert mit der zweiten Hälfte von 68:22 min eine schnellere zweite Hälfte, einen negativen Split. „Die Zielzeit war 2:17 oder etwas darunter“, erklärte hinterher ein strahlender Trainer Paul-Heinz Wellmann, der damit auch die Enttäuschung überwunden hatte, dass Sonja Oberem in Berlin ausgestiegen war.

Nun hat er wieder ein starkes Pferd im Stall, denn der vom Pech verfolgte Kröckert hat durchaus Perspektiven auf 2:13 h, wobei er selbst mit „2:14 h bis 2:15 h“ etwas abwiegelt. Die Grundschnelligkeit ist vorhanden, 13:34,30 min und 28:27,72 min aus dem Jahr 2002 sprechen für sich, mit 28 Jahren ist die Perspektive noch gegeben. „Zwei Jahre hat Mario durch ein schlechtes Blutbild und durch Verletzungen verloren“, betont Wellmann, der bis heute nicht weiss, ob sich damals um Pfeiffer`sches Drüsenfieber oder eine ähnliche Erkrankung mit dem Eppstein Barr-Virus handelte. Mit 30:01 min in Paderborn startete Kröckert die Saison, gewann auch die 10 km auf dem Kurfürstendamm und musste beim Halbmarathon in Kärnten passen, weil er vor dem Rennen stürzte und sich eine Schienbeinverletzung zuzog. Das war sechs Wochen vor Essen. „Zwei Wochen musste ich pausieren, habe aber dann noch drei Wochen je 200 km einschließlich dreier 35-km-Läufe trainiert“, erläuterte Kröckert, der vom OSC Waldniel kommt, dem Verein, den einst Dr. med. Ernst van Aaken gegründet hatte.

 
Eine starke Gruppe von Drei-Stundenläufern unterwegs.

Über 18 min lag der Sieger vor dem Zweiten, dem für ART Düsseldorf startenden Holländer Sebastian Francke. Dritter war schon der beste Essener, Marc-Andre Ockenburg in 2:36:45 min. Von den Altersklassen-Leistungen sind besonders die 2:49:21h von Günter Koch von der RAG Essen als Sieger der M55 hervorzuheben.


Von Romy Spitzmüller hatte man schon 2005 eine WM-Teilnahme oder 2006 einen Start bei der EM erhofft. Doch nach ihren Siegen von Essen 2003 und Bonn 2004 erfolgte eine Stagnation, teilweise durch Verletzungen bedingt.
Bei ihrem erneuten Sieg wurde Spitzmüller von Volker Fritzsch, auch ein Leipziger, zu ihren 2:40:40 h geführt. Die frühere deutsche Juniorenmeisterin im Halbmarathon war nicht ganz zufrieden, hatte sie sich doch eine Zeit unter 2:40 erhofft. Schließlich lief sie bereits 2004 in Bonn 2:32:23 h und auch im Frühjahr 2006 war sie in Hamburg mit 2:36:48 h schneller. Spitzmüller siegte ungefährdet, hinter ihr kam die Essenerin Martina Schwanke in 2:53:34 h auf den zweiten Platz. Ute Spicker lief als Siegerin der W45 gute 3:04:29 h.

 
Na komm schon…
 
…toll, dass du es geschafft hast
 
Ich bin da, nur noch 219 m.
Fotos (6): Mast
Der Lauf um den Baldeneysee erfüllt ein klassisches Konzept, als man abseits der Stadtzentren nach vernünftigen Kursen suchte. Ursprünglich auf einer Pendelstrecke am See durchgeführt, wird er seit 1981 als Zwei-Rundenkurs um den Vorzeige-Stausee der Ruhr durchgeführt, wobei die erste Runde eine innerstädtische Schikane von ca. 6 km aufweist, um auf die Distanz zu kommen. Die teilweise idyllischen Seewege, die ganzjährig von Sportlern genutzt werden, sind teilweise nur 2 m breit. Teilnehmerfeld und Möglichkeiten rund um das Regattahaus sind begrenzt, doch werden sie von Insidern – vielen Stammteilnehmern – gerne genutzt. Die auch rückwärtig zu begehende Tribüne der Regatta, Zelte und Aufbauten im Freien lösen alle organisatorischen Probleme, wobei man natürlich wetterabhängig ist.
Weder Ruhrmarathon noch eine plötzliche Terminänderung des Köln-Marathons konnten den Lauf gefährden. Der diesjährige Ausfall des Ruhrmarathons brachte Duisburg im Frühjahr, nicht dem Baldeneysee-Marathon im Herbst, einen zahlenmäßigen Aufschwung. Immerhin zog man sich endlich mit RWE relativ kurzfristig einen potenten Sponsor an Land, mit dem der Ruhrmarathon verhandelt, aber zu hoch gepokert hatte.