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Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Auszug aus SPIRIDON Heft 12/2006

Aufwärtstrend beim Jubiläum

25 Jahre Frankfurt Marathon und der 25. Lauf. Niemand kam mit dem Jubiläum durcheinander, weil der Lauf 1987 ausgefallen war und dann vom Frühjahr in den Herbst wanderte. Dies blieb aber der einzige Rekord, denn ein überraschendes Hoch war durch Wind an den Main getrieben worden, während die Meteorologen heftigen Regen vorhergesagt hatten. Immerhin war so die Stimmung hervorragend, in der City, in Höchst und vor allem in der bis unters Dach gefüllten Festhalle. Manfred Steffny und Gerd Bollig berichten von dem Lauf, der diesmal zahlreiche Facetten und Feierstunden hatte. Den Hauptwettbewerb gewannen wie 2005 der 31-jährige Wilfred Kigen in diesmal 2:09:06 h und überraschend die 37-jährige Russin Swetlana Pomomarenko in 2:30:05 h. Claudia Dreher verpasste als Vierte die WM-Norm für Osaka von 2:32:00 h um 22 sec

VON MANFRED STEFFNY + GERHARD BOLLIG

Mit 8.906 Marathon-Finishern wurde der vorjährige Rekord trotz einer höheren Aussteigerrate übertroffen. Bereits die Zahl der Meldungen mit 11.242 stellte einen Rekord dar. Jo Schindler strebt für den Marathon 15.000 Meldungen an, eine Zahl, die der wieder einmal gut organisierte Lauf verkraften kann. Der Schulterschluss mit der Stadt scheint durch den Wechsel im Sportdezernat nach der Kommunalwahl sogar noch besser zu sein. Für 2007 wird der Römerberg für die Marathonläufer freigegeben. Schindler will einen neuen Innenstadtkurs schneidern, bei dem die „gut Stubb“ der Stadt ziemlich früh durchlaufen wird. Noch eine Überraschung: die Messe Frankfurt tritt als Sponsor bei gleichem Engagement wie in den letzten Jahren in die zweite Reihe zurück, denn eine Investmentbank ist jetzt Namenssponsor. So heißt der Lauf 2007 nicht weniger holprig „ Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon“ Groß mit Kleinwort also…

MAN NEHME ZEHN AFRIKANER…

Das Rezept mag umstritten sein, besonders bei deutschen Spitzenläufern, doch beim 25. Frankfurt Marathon funktionierte es erneut: Man lade nur genügend Afrikaner ein, und am Ende kommt der Sieger aus Kenia. Nun schon zum fünften Mal hintereinander fuhr ein Athlet aus der afrikanischen Läufernation den Sieg in Frankfurt ein.

 
Winfred Kigen auf dem Weg zu seinem zweiten Frankfurter Sieg in 2:09:06 h bei km 35.
Foto:Mast

Das erinnert fast an den legendären Spruch des englischen Fußballers Gary Lineker, der nach einer erneuten Niederlage gegen Deutschland frustriert bekannte „22 Spieler laufen hinter dem Ball her, und am Ende gewinnen immer die Deutschen“. Wilfred Kigen verteidigte in 2:09:06 h fast spielerisch seinen Titel aus dem vergangenen Jahr. Das klang natürlich direkt nach dem Rennen etwas anders: „Es ist immer hart, so ein Rennen zu gewinnen. Ich bestreite viele Wettkämpfe in Deutschland, und ich mag das Wetter und die Bedingungen hier.“ Nach seinem erneuten Triumph kündigte der 31jährige Kenianer seine erneute Rückkehr nach Frankfurt bereits an.

Über einen neuen Streckenrekord war vorher öfter spekuliert worden, und die ersten 10 km deuteten auch daraufhin mit Zwischenzeiten von 15:18 min nach 5 km und 30:20 min bei km 10. Doch anscheinend gab dann Chef-Tempomacher Carsten Eich, wahrscheinlich aufgrund der überraschend hohen Temperaturen um 18 bis 20 Grad, das Kommando Tempo rausnehmen. Das zeigte Wirkung bei den kenianischen Pacemakern, auch nachdem Eich bei km 12 seinen Job als Tempomacher früher aufgab als vorgesehen. So passierte eine große Spitzengruppe 20 km erst nach 1:01:30 h und Halbmarathon in 1:04:37 h, und so schien frühzeitig klar, dass Kigens Bestzeit aus dem vergangenen Jahr weiterhin Bestand haben würde.

Der Titelverteidiger hielt sich lange zurück, war kaum einmal an der Spitze zu sehen, und versteckte sich regelrecht im Feld. Doch als es ab km 30 in die entscheidende Phase ging, war der vierfache Vater präsent. Denn als einer der Tempomacher, Peter Korir, eine Zusatzschicht einlegte und dann als Sechster gleich bis zum Ziel durchlief, roch Kigen den Braten, war sofort hellwach und blieb ihm auf den Fersen. Als dann der ausgemachte Favorit weitere 5 km später Druck machte, konnten nur noch Kasime Adilo aus Äthiopien und Kigens Landsmann Elijah Sang dem Tempo folgen. Doch beide übernahmen sich beim Versuch, mit der Nummer 1 Schritt zu halten, und wurden auf den letzten km auf die Plätze sieben und zwölf durchgereicht. So fuhr Kigen einen ungefährdeten Sieg ein, und bot auch den jubelnden Fans in der Frankfurter Innenstadt noch einmal ein echtes Highlight. Der 31-Jährige begnügte sich nämlich nicht damit, winkend am Publikum vorbei zu laufen, sondern machte auf den letzten km noch einmal richtig Dampf, so dass fast noch eine 2:08-h-Endzeit gestanden hätte, die er aber aufgrund fehlender Konkurrenz dann doch knapp verpasste. So musste er mit dem Preisgeld von 10.000 € zufrieden sein. Von hinten schafften noch die beiden Kenianer Moses Arusei in 2:10:30 h und Francis Bowen in 2:10:49 h den Sprung auf das Siegerpodest. G. B.

MAN LASSE SIE INS MESSER LAUFEN…

Das Rezept, wie man die afrikanischen Läuferinnen besiegt, scheint einfach zu sein. Lass sie loslaufen und fang sie später wieder ein. So besiegte die bereits 37 Jahre alte Russin Swetlana Pomomarenko die favorisierten Läuferinnen aus Äthiopien und aus Kenia. Diese hatten keinen die Witterung aufnehmenden Tempomacher wie die Männer mit Eich, sondern auf 2:26:27 h angehende Hasen, mit gleich einem halben Dutzend Männern im Schlepptau. Anfangs ging auch alles nach Plan. Die Favoritin und Hamburg-Siegerin Robe Tola passierte 10 km in 34:33 min mit drei weiteren Äthiopierinnen gleichauf.

 
Vollkommen überrascht war die Russin Swetlana Ponomarenko über ihren Sieg in Frankfurt. Unser Foto zeigt sie in der tobenden Festhalle. OB Petra Roth und Stadtrat Uwe Becker halten das Zielband.
Foto: Mast

Zu diesem Zeitpunkt lagen Claudia Dreher und Ponomarenko bereits 15 sec zurück. Diese Tendenz setzte sich stetig bis Halbmarathon fort. Die Afrikanerinnen passierten die Marke in 1:13:37 h, Ponomarenko in 1:14:40 h und Dreher 6 sec dahinter. Robe Tola hatte aber Mühe und wurde von Kutre Dulecha an der Spitze abgelöst (25 km 1:27:54). Die Tempomacher, u.a. Beckmann, waren schon früh aus dem Rennen gegangen. Zu diesem Zeitpunkt lag Ponomarenko noch 53 sec zurück. Dann ging alles sehr schnell, die Äthiopierinnen bauten ab und überließen der Russin das Feld (bei 35 km in 2:04:14 h schon 200 m in Front). Sie konnte sich sogar noch eine Pinkelpause von 40 sec erlauben, ehe sie sich noch einmal ins Zeug legte und den letzten Abschnitt von 2,195 km in 7:32 min zurücklegte. Die Magdeburgerin Dreher war auch auf dem Weg nach vorne: „Als ich sah, wie mir Robe Tola und Worknesh Tola entgegen kamen, dachte ich: „Was ist denn hier los? Bis km 38 habe ich mich bombig gefühlt, doch dann bekam ich eine Klemme in die Beine.“ Während die Afrikanerinnen zu schnell angegangen waren, befand Ponomarenko später, dass sie sogar zu vorsichtig begonnen hatte. 2:30:05 h, neue persönliche Bestzeit und 10.000 ? waren der Lohn. Platz 2 holte sich mit der Norwegerin Kirsten Melkevik Otterbu eine weitere Außenseiterin, die mit 2:31:20 h ebenfalls Bestzeit lief. Bei der Europameisterschaft hatte sie als 13. noch zwei Plätze hinter Dreher gelegen.

 
Podiumsdiskussion mit, von links, Dieter Hogen, Wolfgang Heinig, Christoph Kopp, Herbert Steffny und Ralf Scholt.
Foto: Bollig
NOSTALGISCHE STAFFEL

Während sich die Marathonstaffel des Lauftreffs Darmstadt im Ziel toll als Sieger feiern ließ für eine gar nicht so überragende Zeit von 2:30:57 h netto, war besonders die als Fünfte in 2:43:26 h netto einkommende Jubiläumsstaffel mit vier früheren Siegern interessant. Herbert Steffny als Startläufer musste sich erst mal mit dem 3-min-Rückstand der später gestarteten Staffelläufer und einem kleinen Slalomlauf abfinden und dann mit der U-Bahn zurückfahren, damit er seinen Part als Laufexperte des HR-Fernsehens neben Werner Damm kurz vor Halbmarathon einnehmen konnte.


Des weiteren liefen die früheren Sieger Steffen Dittmann und Konrad Dobler. Conny, der ehemalige Polizist ist inzwischen hauptamtlicher Bürger meister von Langerringen, einem Ort mit 3.800 Einwohnern mit drei Ortsteilen 30 km südlich von Augsburg, gewählt von 2002 bis 2008. Im nächsten Jahr wird er 50 und hat seinem früheren Bundestrainer Winfried Aufenanger schon zugesagt, im nächsten Jahr wieder marathonfit zum 1. Kasseler Marathon am 10. Juni anzutreten. Nicht einfach, denn der Vater von vier Kindern, von denen noch zwei bei ihm wohnen, ist nach dem frühen Tod seiner Ehefrau durch Krebstod Wittwer. Steffen Dittmann, immer noch Mitglied von TuS Solbad Ravensberg in Westfalen, präsentierte sich schlanker, und superschlank, aber mit ein paar Pfund mehr drauf als zu ihren besten Laufzeiten Heidi Hutterer, Sie heißt jetzt Kiekenbeck, wohnt noch immer in Landsberg und ist Mutter von vier Kindern. Als ihr Mann ihr einen Flug zum New York Marathon zu Weihnachten schenkte, bekam sie mit Ach und Krach noch eine Startnummer für November 2006 über SPIRIDON und ASICS. Dann rief sie gleich ihren früheren Bundestrainer Erich Vellage an für einen Trainingsplan. Sie lief dann 3:43:04 h.


947 Staffeln kamen als Nebenwettbewerb des Frankfurt-Marathons durch, für viele war es der erste Schritt zum vollen Marathon, für andere als frühere Teilnehmer der Fuß in der Tür zum Geschehen. Dennoch muss gesagt werden, dass die Staffeln eine gewisse Unruhe ins Feld brachten.
Katrin Dörre, der mit drei Siegen hintereinander der Hattrick in Frankfurt gelang, nutzte den Marathon, um ihr Buch „Leidenschaft Marathon“ auf der wieder einmal gut besuchten Messe (Marathon Mall) vorzustellen. Zeitgleich gab es einen Empfang der Stadt Frankfurt im Kaisersaal des Römer und auf der Messe eine Diskussion über die Misere des deutschen Marathonlaufs, bei der die Trainer Dieter Hogen und Wolfgang Heinig, der frühere Sieger Herbert Steffny, Manager Christoph Kopp und Moderator Ralf Scholt zwar eine vernichtende Bestandsaufnahme verzeichneten, aber auch keine Lösung fanden. Für Disputant Carsten Eich war die allerdings einfach: weniger Afrikaner einladen. M.St.