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SPIRIDON-Reisen

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15. Spiridon Kreuzfahrt
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„Laufbahn am Limit"

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Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Orientierungslos in Mombasa

Was sagt einer, der nach 28 Siegen in Folge im Crosslauf nicht nur besiegt wurde, sondern nach ca. 11 km an zweiter Stelle liegend einfach aufgegeben hat? Er sagt, was alle machen, kramt nach Entschuldigungen. So auch Kenenisa Bekele nach der Cross-Weltmeisterschaft am 24. März in der Waschküche von Mombasa. Bei der Rückkehr in Addis Abeba tischte Kenenisa den konsterniert auf dem Flughafen wartenden, darunter die Sportministerin und der Leichtathletik-Präsident von Äthiopien, ein ganzes Bündel auf. 2006 war man aus Fukuoka triumphal mit vier Einzel-Goldmedaillen zurückgekehrt. Diesmal mit keiner einzigen und der hohe Favorit Kenenisa Bekele war ausgestiegen.

Als er eine Juniorenläuferin rückwärts laufen sah und einen Junior kollabieren, war er schockiert, startete überhaupt nicht locker wie sonst, erzählte Kenensa. Auf dem Kurs war ihm zuviel Sand, so konnte er nicht über den Rasen gleiten. Seine Spikes konnten den Kurs nicht erfassen. „Es war sehr schwer gegen vier Faktoren zu kämpfen: den Sand, den Asphalt, das Wetter und natürlich die Weltklasse-Konkurrenz.“

Schon vor dem 12 km langen Lauf sei er dehydriert gewesen. Zeitweise wollte er anhalten, um etwas zu trinken. Niemals habe er ein so schwieriges Rennen bestritten. Als er in der fünften von sechs Runden einen Zwischenspurt einlegte und dem späteren Sieger Zersenay Tadesse aus Eriträa zeitweise 10-15 m abnahm, dachte er, dies sei die letzte Runde. Kaum zu glauben: „Ich verrechnete mich mit den Runden und dachte, ich wäre in der letzten Runde. Ich verbrauchte alle meine Energiereserven.“ War der Meister nach elf Cross-WM-Siegen seit der Juniorenzeit so in Trance, dass er nicht mehr registrierte, dass die letzte Runde mit der Glocke eingeläutet wird?

Über sein Aussteigen an einem kleinen Sandhügel: „Ich weiß wirklich nicht, was passiert wäre, wenn ich weitergelaufen wäre.“

 
In diesem Moment gab Kenenisa Bekele in Mombasa auf.

Eine rührselige Geschichte, könnte man sagen, schließlich trafen die Verhältnisse ja alle. Wenn’s nicht läuft, stört einen jeder Grashalm. Doch die Vorbereitung der Äthiopier war wirklich verfehlt. So wie die Europäer Höhentraining betreiben, war vor Mombasa am Indischen Ozean mit seiner feucht-heißen Witterung Tiefentraining für die Bergbewohner aus der dünnen, trockenen Luft angezeigt. Dass Läufer und Funktionäre orientierungslos waren, zeigte sich auch beim Juniorinnenlauf, als Genzebe Dibaba, die kleine, erst 16-jährige Schwester von Tirunesh und Ejegayehu, kurz vor dem Ziel an zweiter Stelle liegend, abstoppte, weil die führende Kenianerin plötzlich aufgab und sie weiterlaufend dann nur Fünfte wurde.

Kenenisa Bekele ist auch nur ein Mensch, ein 24-Jähriger, der schon einmal den Tod vor Augen hatte, als vor drei Jahren nach dem gemeinsamen Lauftraining außerhalb von Addis Abeba seine Verlobte mit Herzversagen in seinen Armen starb. Daran mag er gedacht haben, als er seine jungen Landsleute zusammenklappen sah. Und dann störte auf einmal der Sand, die paar Meter Asphalt, die Spikes. Aus Äthiopien raufte sich nur das Frauen-Trio Tirunesh Dibaba, Meselech Melkamu und Gelete Burika auf den Plätzen 2-4 im 8-km-Lauf zusammen. Gegen die gut angespasste, Kurs und Wetter kennende Kenia-Holländerin Lornah Kiplagat war das zu wenig. Bei den Männern platzte sogar das Team.

Es ist nur zu hoffen, dass die vernichtend geschlagene äthiopische Läufer-Armada und vor allem ihre Betreuer die Lektion von Mombasa gelernt haben. Denn bei der Bahn-Weltmeisterschaft in Osaka im Sommer kann es ebenfalls heiß und feucht werden. Und der Internationale Leichtathletik-Verband sollte sich hüten, seinen Athleten jemals noch einmal Meisterschaften in der Nachmittagshitze bei 33-34° anzubieten. Ist Sportmedizin bei der IAAF eigentlich nur noch Dopingkontrolle?
Manfred Steffny

(Bericht und Ergebnisse siehe SPIRIDON 4/07)