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Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Aus Heft 5/2008: Interview mit Irina Mikitenko

„Ab km 30 an Sieg gedacht”

Laufstil

Vier Tage lang hat SPIRIDON-Mitarbeiter Hanspeter Detmer rund um den London-Marathon Irina Mikitenko beobachtet und befragt.
Angefangen hat alles mit der üblichen Vorstellung der vermeintlichen Favoriten zwei Tage vor dem Rennen. Die Präsentation der weiblichen Eliteläufer fand in zwei Gruppen statt. Zur Gruppe 1 gehörten die Äthiopierinnen Gete Wami und Berhane Adere, sowie die Russinnen Ludmilla Petrowa und Swetlana Zacharowa. Anschließend wurden die Rumänin Constantina Tomescu-Dita, die Kenianerin Salina Kosgei, sowie Irina Mikitenko, der Presse vorgestellt.

Frage SPIRIDON: Irina, ist schon bei der Präsentation eine Klasseneinteilung vorgenommen worden – zuerst die Stars und dann die Kategorie 1b?
IRINA: Das ist das Problem des Veranstalters. Nicht die Präsentation vor dem Rennen ist entscheidend. Wichtig ist nur, wer am Ende bei der Präsentation der Sieger vorgestellt wird.

Frage eines englischen Journalisten: Irina, Sie haben zwar in Berlin ein bemerkenswertes Debüt als 2. hinter Gete Wami gezeigt. Aber so richtig bekannt sind Sie in der Szene natürlich noch nicht.
IRINA: Sie werden am Sonntag sehen, was ich alles kann. Ich habe in Berlin noch nicht alles gezeigt, was in mir steckt.

Frage eines englischen Journalisten: Erst mit 36 Jahren zum Marathon zu wechseln, ist das nicht zu spät?
IRINA: Ich denke, es ist nicht zu spät. Warten Sie ab.

Frage eines englischen Journalisten: Wären Sie schon früher in die Marathonszene eingestiegen, hätten Sie sicherlich viel Geld verdienen können?
IRINA: Ich habe meine Entscheidung nicht abhängig gemacht vom Geld, das ich schon bei früheren Marathonläufen hätte gewinnen können. Ich habe mich dem Marathon erst gestellt, nachdem mir bewusst war, dass ich diese neue sportliche Herausforderung meistern kann. Mein Ziel ist der olympische Marathon. Ich will in Peking nicht nur teilnehmen…

Frage SPIRIDON: Wie schätzen Sie Ihre Chancen am Sonntag ein?
IRINA: Es ist mein Vorteil, dass ich zwar meine Konkurrentinnen kenne und ich mich an ihnen gut orientieren kann. Aber sie wissen noch wenig von mir.

SPIRIDON: Aus Deutschland kam vom TV Wattenscheid eine Meldung, wonach sie eine Verletzung am Fuß hätten?
IRINA: Das muss man doch nicht allen Leuten mitteilen! Ich gehe zunächst einmal in das Rennen, als hätte ich nichts. Und dann sehen wir mal weiter.

SPIRIDON nach dem Zieldurchlauf auf dem Weg zur Umkleide: Zunächst einmal unsere herzliche Gratulation. Sie haben einen der bedeutendsten Marathons in der Welt gewonnen. Sie haben einen deutschen Rekord aufgestellt. Aber Sie sollen unmittelbar nach dem Zieldurchlauf unzufrieden gewesen sein mit Ihrer Zeit?
IRINA: Ja. Als ich 2:24 las, war ich unzufrieden. Denn ich weiß, dass ich schneller laufen kann. Aber nach zweimal Durchatmen ist mir dann doch bewusst geworden, was ich unter den zeitweise doch sehr schwierigen Rennbedingungen geschafft habe. Jetzt bin ich stolz und glücklich.

Laufstil
Irina Mikitenko lief in Paderborn mit 68:51 min die drittschnellste Zeit des Jahres 2008 und ließ damit vermuten, was in London möglich sein könnte. Foto: Mast
SPIRIDON: Wie war es unterwegs?
IRINA: Am Anfang war es sehr kalt, dann hatten wir über weite Strecken heftigen Gegenwind, der mir zum Schluss den Regen richtig in die Augen peitschte.

SPIRIDON: Redet man während eines solchen Rennen in der Spitzengruppe auch miteinander?
IRINA: Unterwegs hat mir Ludmilla Petrowa, die die Erfahrung von rund 30 Marathonläufen auf Weltklasseniveau hat, gesagt: „Hey, das macht man doch nicht, das ganze Rennen zu führen! So kann man am Ende doch nicht gewinnen!“

SPIRIDON: Haben Sie eigentlich mitbekommen, dass Gete Wami gestürzt ist?
IRINA: Während des Rennens nicht. Gete war doch immer hinter mir. Und ich habe mich erst ganz zum Schluss umgesehen. Und dann war ich bei km 40 überrascht, dass ich vorne ganz alleine war.

SPIRIDON: Sie sind zum Schluss, als Ihnen auf dem Weg entlang der Themse der Regen frontal ins Gesicht peitschte, immer schneller geworden. Wir erklären Sie sich diese Steigerung?
IRINA: Wir waren am Anfang des Rennens ziemlich langsam. Und dann spürte ich zum Ende, dass ich noch so viel Kraft hatte. Deshalb war ich auf den letzten 5 km so schnell.

SPIRIDON: Gab es während des Rennens einen Moment, von dem an Sie überzeugt waren, am Ende ganz vorne mit dabei zu sein?
IRINA: Ich war immer davon überzeugt, dass ich kämpfen kann. Ab km 30 wusste ich, dass ich noch schneller laufen kann und habe auch schon an den Sieg gedacht.

SPIRIDON: Haben Sie etwas von der Atmosphäre mitbekommen?
IRINA: Ja, diese Zuschauermassen haben mich schon sehr motiviert.

SPIRIDON: Wer gehörte zu den ersten Gratulanten?
IRINA: Nur rund eine halbe Stunde nach dem Rennen haben bereits meine Schwiegereltern aus Almaty/Kasachstan angerufen und gratuliert.

SPIRIDON nach der Sieger-Präsentation: Irina, nervt es sie nicht, dass vor allem die englischen Kollegen immer wieder darauf hinweisen, dass Sie ja nur in Abwesenheit von Paula Radcliffe gewonnen haben?
IRINA: Ich kann nur besiegen, wer am Start ist. Wenn Paula und ich in Peking aufeinander treffen sollten, dann findet dort ein neues Rennen statt. Ich bin mir sicher, dass ich jedes Tempo mitgehen kann.

SPIRIDON: Kennen Sie Paul Radcliffe näher?
IRINA: Ja, schon im Jahre 2001 hatten wir über 5.000 und 10.000 m ein gemeinsames Trainingslager.

SPIRIDON am Tag nach dem Rennen: Aus der Distanz gefragt – welches Fazit ziehen Sie nach diesem London-Marathon?
IRINA: Ich muss noch viel lernen. Ich habe noch viel falsch gemacht!

Laufstil
Irinao ist eine gefragte Frau, die sich nach ihrem sensationellen Sieg beim London Marathon (siehe Reportage und Interview in Heft 5/2008 auf den Seiten 8-10) kaum vor Terminen retten kann. Der liebste war ihr die Präsentation der neuen Olympiakleidung von DLV und Nike in Oberhausen. Im Bild von links die Hochspringerin Ariane Friedrich, der Sprinter Tobias Unger, der 400-m-Läufer Kamghe Gaba, Irina Mikitenko und der Hürdenläufer Thomas Blaschek. Foto: Wienke
SPIRIDON: Das ist ja unglaublich; was will eine Siegerin denn noch lernen?
IRINA: Ich muss noch geduldiger werden. Ludmilla Petrova hatte ja eigentlich gar nicht unrecht. Ich bin für die anderen immer Windschatten gelaufen. Ich muss lernen, auch taktisch zu laufen.

SPIRIDON: Wann sehen wir die London-Siegerin und neue deutsche Rekordhalterin im Marathonlauf bei einem deutschen Marathon?
IRINA: Ich denke, dass es für mich am besten ist, wenn ich nur zwei Marathons pro Jahr laufe. Besser zwei gute als drei mittelprächtige. Nach London kommt in diesem Jahr der olympische Marathon. Aber vielleicht starte ich dann doch noch in New York, mal sehen. Darüber entscheide ich erst nach den Olympischen Spielen. In Deutschland wird man mich in einem Marathon erst frühestens bei der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin sehen, wenn ich bis dahin gesund und in Form bleibe.

SPIRIDON: Also kein Start mehr in Deutschland?
IRINA: Doch, ich beabsichtige, an der Deutschen Meisterschaft über 10.000 m teilzunehmen.