Reisen

SPIRIDON-Reisen

Wir reisen durch alle Welt und

bieten mehr als Allerweltsreise



15. Spiridon Kreuzfahrt
zum Oslo-Marathon
vom 23.-27.9. ab 299 €

Color Fantasy

Diesmal geht es nach Oslo, in die erhabene Königsstadt des Nordens. Bei dieser Mini-Kreuzfahrt lockt ein Maxi-Marathon auf dem Zwei-Runden-Kurs über die breiten Boulevards. Fünf Tage Kiel-Oslo-Kiel mit Color-Line zum Schnäppchen-Preis von 299 €. Nur begrenztes Kontingent, Sonderprogramm für unsere Läufer. Für Direktanmeldung Flyer anfordern! Sammelmeldung für den Marathon wird von uns gemacht.
Büchermarkt

Buchsprechungen zum Roman
„Laufbahn am Limit"

Laufbahn
siehe bei:
Leichtathletik.de
Germanroadraces.de
Bitburger-Silvesterlauf.de
Laufreport.de
Amazon.de

Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Aus Heft 6/2008: „Aufgespießt"

Vier Frauen und kein Mann

Die Würfel sind gefallen bei der Vergabe der Olympiaplätze im Marathonlauf. Aber etwas anders als gedacht. Bei den Männern sind die Würfel glatt unter den Tisch gefallen. Martin Beckmann, den viele als einzigen ernsthaften Anwärter sahen, nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Halbmarathon, gab in Hamburg auf. Eine Woche später unternahm er einen zweiten Anlauf bei den deutschen Meisterschaften in Mainz. Beide Male herrschten keine guten Bedingungen, denn an beiden Wochenenden lagen die Tageshöchsttemperaturen überall in Deutschland bei 20-21 °C. So sind die erreichten 2:18:30 h von Mainz kein Leistungseinbruch. Nebenbei wurde der Schwabe damit deutscher Meister, aber von seiner Zielstellung – Olympianorm in 2:13:00 h zu laufen – war er weit entfernt. Beckmann muss damit leben. Er war eigentlich nie das große Talent. Ein Jahrzehnt lang mischt er in der deutschen Spitze mit, aber den großen Durchbruch hat er nicht geschafft. Für 10.000 m ist er zu langsam und für Marathon zu schwer.

Stefan Koch wäre gerne deutscher Marathonmeister geworden. Er war als Favorit gehandelt worden, bis Beckmann auftauchte und von der neuen Regel profitierte. wonach man ohne Einhaltung der Meldefristen für 100 € Startgeld nachmelden kann. Der plötzlich auftauchende Konkurrent schlug dem Wattenscheider so auf Magen und Darm, dass er am Sonntag gar nicht erst antrat. Nun ja, Meister müssen aus anderem Holz geschnitzt sein. Hoffentlich kommt Stefan Koch wieder in die Spur. Schon beim Paderborner Osterlauf über 10 km war er so ungeschickt, sich am Start abdrängen zu lassen, dass er später aussichtslos aufgab.

Wer ein Rennen aufgibt, hat schon beinahe das nächste mitversaut. Es sind mehr die psychischen als die physischen Nachwirkungen, die den Läufer verunsichern. Und so fielen auch beim Kampf um die Olympiaplätze der Frauen einige Würfel vom Tisch. Um so beeindruckender war der klare Solo-Sieg von Susanne Hahn in Mainz. Sie stellte sich nicht der in Düsseldorf versammelten Konkurrenz, sondern wollte Meisterin werden und eine Zeit deutlich unter der Norm von 2:31 h laufen. Das hat sie bravourös geschafft mit 2:29:34 h.

Ob dies reichte, wusste man zu diesem Zeitpunkt nicht. Denn zeitgleich traten am 4. Mai in Düsseldorf die Mitbewerberinnen Luminita Zaituc, Melanie Kraus und Sonja Oberem an. Claudia Dreher hatte sich ebenfalls angesagt, doch verletzte sich die Siegerin von Tokio wenige Tage vor dem Rennen ernsthaft und konnte nicht antreten. Sonja Oberem warf mental das Handtuch, indem sie zwar mitlief, aber nur zu einem lockeren Lauf, wie sie sagte. Sie hatte eingesehen, dass ihr einfach die Schnelligkeit fehlt für Zeiten unter 2:30 h. Immerhin war dies ein weiser Entschluss und ihrem neuen Verein Rheinmarathon Düsseldorf hat sie durch den Start und schließlich einen sauberen Lauf in 2:46:58 h einen größeren Gefallen getan als nicht anzutreten oder auszusteigen.

Von der Piste aber ging Luminita Zaituc. Die knapp 40-Jährige hatte sowohl in Paderborn als auch in Bonn bei ihrem Halbmarathonsieg einen Formverlust dementiert. Doch steckt sie seit 2006 in einer Krise. In Düsseldorf gab sie wieder auf und muss sich nun ernsthaft Gedanken über ihre weitere Karriere machen. Immerhin hatte sie noch einmal Zeit und Geld in ein dreiwöchiges Höhentraining in Flagstaff investiert und nichts ist dabei herausgekommen. So fallen auch Schatten auf das Düsseldorfer Rennen. Übrig geblieben ist allein Melanie Kraus. Zwar blieb sie bei ihrem Sieg mit 2:33:36 h über der Olympianorm, hat diese allerdings zweimal erreicht: mit Platz 19 in Osaka bei der WM und durch ihren Siege in Frankfurt in 2:28:56 h. Manche haben ihr „Abwarten und Tee trinken“ empfohlen statt sich in Düsseldorf der Konkurrenz zu stellen. Hoffentlich kann sie diese Rennen bis Peking verkraften. Immerhin hat sie erneut bewiesen, dass Wärme sie nicht entscheidend beeinträchtigt. Und das ist wichtig für das zu erwartende Hitzerennen Chinas Hauptstadt.

Überhaupt nicht zur Disposition stand Irina Mikitenko bereits nach ihrem zweiten Platz in Berlin. Dass sie mit dem Sieg in London sogar in die vorderste Reihe vorstieß, ist eine erfreuliche Überraschung. Ebenso, dass Sabrina Mockenhaupt ihr Wunschrennen in Peking bekommt, die 10.000 m. Auf Anhieb klappte es mit der „Quali“ beim Rennen der Stanford Universität in Los Altos. Vier Frauen und kein Mann schafften damit bereits auf den Langstrecken das Olympiaticket. Europameister Jan Fitschen braucht nach seinen 10.000 m von Los Altos zumindest einen zweiten Versuch über 10.000 m.

Die Gewinnerin des anderen deutschen Europameistertitels in Göteborg 2006 steht dagegen mit leeren Händen da. Ulrike Maisch gab nach Hamburg, wo sie einen Mehrjahresvertrag hat, nun auch in Kopenhagen auf. Die Meeresjungfrau brachte der Ostsee-Anrainerin kein Glück. In Hamburg ging Maisch bei 16 km raus, in Kopenhagen bei 15 km. Diesmal waren die Bedingungen mit 13 °C gut. Die Erklärung ist schlicht: Formschwäche. Tatsächlich hat Maisch durch Verletzungen oder Trainingsrückstand seit jenem sensationellen Marathonsieg keine nennenswerte Leistung mehr gebracht. Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und die eigene war allerdings groß. Daran ist Ulrike Maisch letztlich gescheitert. Große Sportler zeichnen sich durch eine kontinuierliche Leistungsfähigkeit über Jahre hinweg aus. Den Rummel über die eigene Person in der Öffentlichkeit, plötzlich auftauchende Werbe-Verpflichtungen stecken sie weg und finden zu alter Leistungsfähigkeit zurück oder werden noch besser. Ein leuchtendes Beispiel ist eine andere Ulrike, Ulrike Meyfarth, die zwölf Jahre nach ihrem Hochsprung-Olympiasieg 1972 in Los Angeles noch einmal die olympische Goldmedaille gewann. Ulrike Maisch muss nun in kleinen Schritten und Leistungszielen über kürzere Strecken das Image von der Eintagsfliege abschütteln.

Bei aller Freude über drei geschaffte Olympianominierungen bei den Marathonläuferinnen des DLV gibt die deutsche 10.000-m-Meisterschaft auf der Bahn doch sehr zu denken. Weniger, dass eine locker laufende Irina Mikitenko alle Frauen überrundete, sondern die Misere im Männerbereich. Hier hat man inzwischen das Niveau der 60er Jahre erreicht. Und zu allem Überdruss gibt es eine unklare Ausschreibung, die den Protest des Zweiten ermöglichte und dem verdienten Meister Zelalem Martel den Titel stahl. Statt sich zu schämen protestierte Sebastian Hallmann dagegen, dass ein 19-jähriger vor ihm deutscher Männermeister werden konnte. Was mal gedacht war, zusätzlich einen deutschen Juniorenmeister zu küren, erweist sich nun als Reservat für ausgediente Langstreckenläufer. Ein Zopf, der schleunigst abgeschnitten werden muss! Den Titel deutscher Meister hat Hallmann nicht verdient und die Einlassung, er sei taktisch ganz anders gelaufen, wenn er gewusst hätte, dass er gegen einen Junior um den Titel laufen muss. Ein Armutszeugnis sondergleichen! Vermutlich ist es der letzte Erfolgsstrohhalm eines Läufers, der seit seinen 13:26 min 2000 und den 13:31 min von 2002 über 5.000 m meistens unter ferner liefen landete, wenn er überhaupt ins Ziel kam.