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SPIRIDON-Reisen

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bieten mehr als Allerweltsreise



15. Spiridon Kreuzfahrt
zum Oslo-Marathon
vom 23.-27.9. ab 299 €

Color Fantasy

Diesmal geht es nach Oslo, in die erhabene Königsstadt des Nordens. Bei dieser Mini-Kreuzfahrt lockt ein Maxi-Marathon auf dem Zwei-Runden-Kurs über die breiten Boulevards. Fünf Tage Kiel-Oslo-Kiel mit Color-Line zum Schnäppchen-Preis von 299 €. Nur begrenztes Kontingent, Sonderprogramm für unsere Läufer. Für Direktanmeldung Flyer anfordern! Sammelmeldung für den Marathon wird von uns gemacht.
Büchermarkt

Buchsprechungen zum Roman
„Laufbahn am Limit"

Laufbahn
siehe bei:
Leichtathletik.de
Germanroadraces.de
Bitburger-Silvesterlauf.de
Laufreport.de
Amazon.de

Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Von Würsten und Mexikanern

Von Udo Möller

Die wohl ungewöhnlichste Strecke des Rennsteiglaufes betrug 7,5 km. Eine solch kurze Distanz passt eigentlich gar nicht zur Veranstaltung, und in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen unterstrich Rennsteiglaufverein-Präsident Jürgen Lange auch, dass der Charakter des Laufes auch künftig nicht durch Kurzstrecken verwässert werden soll. Die 7,5 km wurden allerdings auch nicht gelaufen, sondern gegessen. Und zwar an einem einzigen Tag in Schmiedefeld. So lang wäre die Strecke der aneinandergereihten Bratwürste gewesen, die am 8. Mai verzehrt wurden. Was war zuerst da, Thüringen oder die Bratwurst?

rennsteig_2007
2007 sprang Christian Stork als Sieger unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel. Dieses Jahr siegte er bereits zum vierten Mal. Foto: Knies
Man weiß es nicht, auf jeden Fall geht es im Freistaat zwar nicht um die Wurst, nichts aber ohne Wurst. Halb Thüringen riecht danach und so ist es nur folgerichtig, dass bei Thüringens sportlichem Aushängeschild der Bratwurstduft den sonst bei Laufveranstaltungen üblichen Geruch von Emulsionen und Einreibemitteln überlagert. Kein Lauf ist so volksnah und so volkstümlich. Da werden am Vorabend des langen Kantens in Eisenach tausende Klöße bei einer deftigen „Kloßparty“ verputzt. Der Kloß ist der dicke Bruder der Bratwurst, jedenfalls hierzulande. Und auch überall dabei. In Neuhaus am Start wird geschunkelt und gesungen, die Zielparty im Festzelt am Abend soll gerüchteweise für Viele der eigentliche Grund sein den Rennsteiglauf zu „machen“. Hier ist bei den Wanderern auch noch der knorrige Knotenstock vertreten, und in manchem Rucksack klappert es verdächtig wie „Kleiner Feigling“. Das ist aber keiner, der hier dabei ist, ob Ultraläufer oder strammer Marschierer. Sie alle passen in den Topf, in dem schon Würste und Klöße schwimmen und das Gesamtgericht ist dann das Unikum Rennsteiglauf, dessen sonst eher verschlafener Zielort Schmiedefeld einmal im Jahr zum Heerlager wird. Herrlich, dieses Durcheinader dort. Seit Jahren versucht der Rennsteiglauf mehr Struktur in dieses Wirrwarr zu bekommen. Hoffentlich weiterhin vergeblich! Dieser Lauf-Jahrmarkt mit all seinen Facetten ist etwas chaotisch und hat seine Eigenarten. Gehört aber einfach dazu und rundet das Rezept ab. In diesem Jahr war es obendrein matschig und auch kühl. Das kann aber auch bei Klößen passieren. Auf den Geschmack kommt es an. 

Aber nicht nur Teilnehmer, Gastwirte und Tourismusmanager haben den Lauf längst ins Herz geschlossen: Schmiedefeld 2010, Samstagnachmittag. Am Ortsausgangsschild posiert ein Polizist in Uniform mit seiner Kollegin für ein Foto. Auf dem Kopf trägt er einen auch in Thüringen nicht so verbreiteten schrill-bunten Sombrero. Fideles Bundesland, das seine Ordnungshüter so ausstattet! Auf Nachfrage erklärt er aber wehmütig, dies sei sein letzter Rennsteiglauf gewesen. Eine bezeichnende Szene. Hier sind sogar die Helfer mit Seele dabei. Ein Trost gibt es natürlich für den Mexikaner aus Thüringen: Ab sofort kann er selbst mitlaufen. Das nächste Mal am 21. Mai 2011.

Lesen Sie auch den Bericht zum 38. GutsMuths-Rennsteiglauf von Dietmar Knies in SPIRIDON-Heft 6/2010.