Von Würsten und Mexikanern
Von Udo Möller
Die wohl ungewöhnlichste Strecke des Rennsteiglaufes betrug 7,5 km. Eine solch kurze Distanz passt eigentlich gar nicht zur Veranstaltung, und in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen unterstrich Rennsteiglaufverein-Präsident Jürgen Lange auch, dass der Charakter des Laufes auch künftig nicht durch Kurzstrecken verwässert werden soll. Die 7,5 km wurden allerdings auch nicht gelaufen, sondern gegessen. Und zwar an einem einzigen Tag in Schmiedefeld. So lang wäre die Strecke der aneinandergereihten Bratwürste gewesen, die am 8. Mai verzehrt wurden. Was war zuerst da, Thüringen oder die Bratwurst?
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| 2007 sprang Christian Stork als Sieger unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel. Dieses Jahr siegte er bereits zum vierten Mal. Foto: Knies |
Aber nicht nur Teilnehmer, Gastwirte und Tourismusmanager haben den Lauf längst ins Herz geschlossen: Schmiedefeld 2010, Samstagnachmittag. Am Ortsausgangsschild posiert ein Polizist in Uniform mit seiner Kollegin für ein Foto. Auf dem Kopf trägt er einen auch in Thüringen nicht so verbreiteten schrill-bunten Sombrero. Fideles Bundesland, das seine Ordnungshüter so ausstattet! Auf Nachfrage erklärt er aber wehmütig, dies sei sein letzter Rennsteiglauf gewesen. Eine bezeichnende Szene. Hier sind sogar die Helfer mit Seele dabei. Ein Trost gibt es natürlich für den Mexikaner aus Thüringen: Ab sofort kann er selbst mitlaufen. Das nächste Mal am 21. Mai 2011.
Lesen Sie auch den Bericht zum 38. GutsMuths-Rennsteiglauf von Dietmar Knies in SPIRIDON-Heft 6/2010.




