Aus SPIRIDON Heft 09/2009 – Aufgespießt
Deutsche Läufer zweitklassig
Von Manfred Steffny
D er Deutsche Leichtathletik-Verband ist nicht der Verlierer dieser Weltmeisterschaft.“ Dies verkündete Sportdirektor Jürgen Mallow schon zur Halbzeit in Berlin. Neun Medaillen sind es geworden. Jeden Tag eine Medaille für die neun Tage, so wie es die größten Optimisten verkündet hatten. Es wurde die erfolgreichste Ausbeute seit 1999 in Sevilla, wo das deutsche Team 12 Medaillen gewann. Also kann man wieder zur Tagesordnung übergehen? Von wegen. Die Amerikaner sagen zur Leichtathletik „Track and Field“. Track hat demnach bei uns erneut nicht stattgefunden. Acht von neun Berliner Medaillen stammen aus dem Bereich Wurf und Sprung und Siebenkampf. Kein einziger Läufer, keine einzige Läuferin ist in einem Einzelwettbewerb unter die ersten Acht gekommen. Das ist die schlechteste Bilanz deutscher Läufer bei internationalen Meisterschaften seit 1896. Nur die 4x100-m-Staffel der Frauen gewann eine Bronzemedaille. Bei einer solchen Amputation müssen doch die Alarmglocken schellen.
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