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15. Spiridon Kreuzfahrt
zum Oslo-Marathon
vom 23.-27.9. ab 299 €

Color Fantasy

Diesmal geht es nach Oslo, in die erhabene Königsstadt des Nordens. Bei dieser Mini-Kreuzfahrt lockt ein Maxi-Marathon auf dem Zwei-Runden-Kurs über die breiten Boulevards. Fünf Tage Kiel-Oslo-Kiel mit Color-Line zum Schnäppchen-Preis von 299 €. Nur begrenztes Kontingent, Sonderprogramm für unsere Läufer. Für Direktanmeldung Flyer anfordern! Sammelmeldung für den Marathon wird von uns gemacht.
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„Laufbahn am Limit"

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Ein Interview mit Manfred Steffny ist bei youtube.de zu sehen

Kindertraining

Golf mit Porsche-Motor

Von Manfred Steffny

Sollen Kinder lange Strecken laufen? Dies ist immer wieder die große Frage. Natürlich schon, im Vordergrund sollte aber im Grundschulalter eine allgemeine körperliche Schulung, die Entwicklung der Motorik in Spielsportarten stehen. Weder Sprint noch Ausdauer sollten in den Vordergrund gestellt werden. Der Deutsche Leichtathletik-Verband trägt dem Rechnung mit Mehrkampf für Jugendliche und mit Bestenlisten im Mittel- und Langstreckenlauf erst ab 14 Jahren.

Ein Zehnjähriger ist meistens in der Lage, eine Viertelstunde an einem Stück zu laufen. Ein übergewichtiger Erwachsener muss das oft erst mühsam erlernen. Nicht nur für den 17-jährigen Doppel-Olympiasieger im Skisprung, Simon Amann, zählt ein günstiges Kraft-Last-Verhältnis. Ein Junge oder Mädchen mit 30 kg Gewicht und kurzer Übersetzung sind für das lange, langsame Laufen wie geschaffen. Hinzu kommt, dass in diesem Alter das Herz schon stark entwickelt ist. Bevor in der Pubertät Brust und Schultergürtel sich vergrößern, ist das Verhältnis Herzgröße zu Körpergewicht außerordentlich günstig. Dr. med. Ernst van Aaken hat schon in den 70-er Jahren errechnet, dass also ein Kind mit einer Herzgröße von 600 ccm und einem Körpergewicht von 30 kg den Faktor 20 aufweist, den sonst nur Hochleistungs-Langstreckler aufweisen (z.B. 1.200 ccm Herz und 60 kg). Dies bedeutet im Grunde, dass Jugendliche vor der Pubertät gute Voraussetzungen für eine hohe Ausdauer-Leistung aufweisen. Auf der anderen Seite ist die Konzentration und die Fähigkeit, einen Rhythmus zu halten, mäßig entwickelt, kommt erst im Alter zum Tragen und ist als Routine eine der Fähigkeiten des guten Altersläufers. Bildlich gesprochen: ein dauerlaufendes Kind ist wie ein Golf mit Porsche-Motor, aber dabei mit klapprigem Fahrwerk. Ein Ausreizen der Leistungsfähigkeit im Langstreckenlauf in jungen Jahren ist ein zweischneidiges Schwert. Die Grundvoraussetzungen für eine sehr passable Leistung sind zwar vorhanden, zur Erzielung einer relativen Spitzenleistung in diesem Alter, müssen jedoch unerwünschte, nicht kindgemäße Anforderungen gestellt werden. Dies haben Fachleute und auch die Verbände weltweit erkannt und z.B. Altersgrenzen von 18 Jahren für eine Teilnahme am Marathonlauf aufgestellt, und sie führen keine Altersrekorde für Kinder mehr, gab es doch Eltern, die sogar Fünfjährige über die Marathon-Distanz mitschleppten. Aus Disziplin oder auch bedingt durch den hohen Aufmerksamkeitsgrad der Erwachsenen haben diese Kinder solche Strecken bewältigt. Aber in den meisten Fällen wurde es dann nichts mit der Formel " Dauerlauf von 7 bis 70", sondern der von ehrgeizigen Eltern oder Trainern oder beidem verschlissene Nachwuchs verlor nach der Pubertät jegliches Interesse am Langstreckenlauf, eine Entwicklung, die schädlicher ist, als die Kinder nur allmählich an den Dauerlauf heranzuführen und es ihnen später zu überlassen, ob sie sich intensiver dem Laufhobby widmen oder nicht. Eine Mary Etta Boitano aus Kalifornien lief mit zehn Jahren Marathon in 3:01 h; später hat man nichts mehr von ihr gehört. Selbst die meisten Jugendmeister auf den Mittelstrecken haben als Erwachsene keine besonderen Erfolge erzielt, sondern wurden überholt von den Läufern und Läuferinnen aus dem zweiten Glied, was aber auch mit einer schnelleren oder verzögerten Akzeleration zu tun hat..

Langsamer Aufbau
Daraus folgert, dass Kinder vor der Pubertät durchaus Langstrecken laufen können, man sie aber nicht überfordern darf. Dreimal in der Woche können Kinder durchaus mit ihren Eltern oder Altersgenossen einen einstündigen langsamen Dauerlauf unternehmen, am besten bei einem Lauftreff, wo sie schwatzen können, aber schon eine gewisse Gruppendisziplin kennenlernen. Ständiges Hin und Her, wie es vor allem kleinere Kinder mögen, sollte zwar nicht gänzlich unterbunden werden, aber zurückgeschraubt werden. Denn bei ständigen Stopps und wildem Rennen durchs Unterholz werden die Kinder letztendlich überfordert. Ist man allerdings als Elternteil oder Übungsleiter allein mit einem Kind unterwegs, dann kann daraus schon mal ein Laufspaziergang werden, bei dem das Kind auf das Umweltgeschehen, auf Pflanzen, Flüsse oder Tiere aufmerksam gemacht wird und so nebenbei eine Laufstrecke zurücklegt. Denn der Erlebnischarakter muss beim Kind im Vordergrund stehen. Bis zum Alter von 14 Jahren sollten Tempoläufe tabu sein. Die Trainingsmittel sind nur langsamer Dauerlauf und kurze Antritte von 30-50 m. Dabei genügt dreimaliges Dauerlauftraining von 8-10 km Länge. Sprintserien, ein gezieltes Intervalltraining oder Tempoläufe sind nicht kindgemäß. Sicher können manche Kinder aufgrund ihrer guten physiologischen Voraussetzungen gelegentlich ohne spezielle Vorbereitung 10 km in 45 min und sogar Marathon unter vier Stunden laufen. Dies sollte jedoch nicht unbedingt angestrebt werden. Nebenbei gesagt ist dies für einen kleinen Kenianer keine Frage. Wenn europäische Spitzenläufer in Kenia durch die Dörfer und über die Felder laufen, so kann es vorkommen, dass eine Horde einheimischer Kinder von Dorf zu Dorf über 5 km oder mehr barfuß oder mit aus Autoreifen geschnitzten Sandalen schwatzend mitläuft, in einem Tempo, bei dem unsere mitteleuropäischen Kinder nach wenigen 100 m erschöpft stehen blieben.. Vermutlich kann im Hochland um Eldoret fast jeder Zwölfjährige 10 km um oder unter 40 min laufen, weil man viel in Bewegung ist und gewohnt ist, morgens und mittags zur Schule zu traben. Dabei spielt auch die durch Barfußlaufen auf warmer roter Erde hervorragend trainierte Fußkraft eine Rolle. Kein Wunder, dass diese auch vom asthenischen Körperbau bis zum guten Organaufbau allein durch die Höhenlage prädestinierten Menschen als Erwachsene unseren europäischen Assen davonlaufen. Dieter Baumann belegte kürzlich bei den kenianischen Crosslauf-Meisterschaften in Nairobi Rang 80. Trotzdem wird es auch ohne verbotener Hilfsmittel wie EPO dank natürlicher Lebensweise und sorgsamen, über viele Jahre geförderten Aufbaue immer wieder junge Europäer geben, die mit den Afrikanern aus den Hochländern mithalten können.

3:30 min kein Problem
esentlich höheren Herzschlag als ein Erwachsener. Die Formel 220 minus Lebensalter ist hier am ehesten gültig, besser ist jedoch die Ermittlung des Maximalpulses, wenn ein Herzfrequenzmesser vorhanden ist. Auch bei langsamen Dauerläufern (lDL) kann der Puls schnell auf 140 steigen, wichtig ist jedoch, das Kind zu beobachten, dass es sich noch jederzeit unterhalten kann und nicht zu stark schwitzt.
Ein Training für 14-Jährige in diesem Leistungsbereich kann wie folgt aussehen:

Vorbereitung für 1.000 m
Vorbereitung für 3.000 m
Mo frei frei
Di 30 min EL, 4 x 200 m á 42-43s,
2 min Pause, 15 min AL
30 min EL, 5 x 400 m á 92 s,
3-4 min Pause, 15 min AL
Mi frei frei
Do 60 min LDL 60 min LDL
Fre frei frei
Sa Ballspiel Ballspiel
So 60 min LDL
Mo frei frei
Di 30 min EL, 2 x 400 m á 84-86 s,
5 min Pause, 15 min AL
30 min EL, 4 x 600 m in 2:15 min,
4-6 min Pause, 15 min AL
Mi frei frei
Do 30 min LDL, 6 x 30-40 m
Steigerungsläufe, 20 mim LDL
30 min LDL
Fre 40 min LDL 40 min LDL
Sa frei frei
So 1.000 m Wettkampf,
Ziel 3:30 min
3.000 m Wettkampf,
Ziel 11:30 min
DL = Dauerlauf, LDL = Langsamer Dauerlauf, EL = Einlaufen,
AL = Auslaufen

Marathonlauf steht mit Recht nicht auf dem DLV-Programm, weil Kinder hier oft fremdbestimmt antreten und laufen und dadurch psychologisch überfordert sind. Wo es aber möglich ist, kann ein ausdauertrainiertes Kind mit wenigen 20-km-Läufen ohne spezielle Vorbereitung bei drei- bis viermaligem Dauerlauftraining in der Woche auf einen Marathon unter vier Stunden gebracht werden. Sinnvoll ist dies nicht um einer Platzierung oder Wette willen, sondern als Lauf auf Ankommen ohne Pause, als persönliche, prägende Erfahrung, wenn später im Jugendalter das Gewicht zunimmt und die Bewältigung eines Marathonlaufs schwieriger wird, denn mit zwölf Jahren ließe sich ein Marathonlauf einfacher laufen als mit 17.

Bei den Schülern M 15 + M 14 sind folgende Mittel- und Langstrecken-Wettbewerbe vom DLV offiziell ausgeschrieben: 1.000 m, 3.000 m, 5 km Straßenlauf Schülerinnen W 15 + W 14: 800 m, 2.000 m, 5 km Straßenlauf

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